Jun.-Prof. Dr. Anne Jantschke ist begeisterte Geowissenschaftlerin, lehrt und forscht an der JGU. Als Wissenschaftlerin gilt ihre Leidenschaft der Biomineralisation von Mikroalgen. Privat liebt sie es, mit ihrem T4-Campervan Gunther durch Europa zu reisen.

Geboren 1987 in Erlabrunn

Hallo, ich bin Anne – ich bin erst seit Kurzem Junior-professorin an der JGU Mainz und erforsche Biominerale. Mich faszinieren dabei besonders die kleinsten einzelligen Organismen die wir im Meer finden können – Mikroalgen. Die Natur ist meine größte Inspiration, daher bin ich sehr gerne draußen unterwegs und erkunde die Welt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit meinem Campervan.

Mein T4-Campervan ist 30 Jahre alt und heißt Gunther – mit ihm bin ich oft in den Bergen unterwegs. Ich ziemlich tollpatschig, meine Familie fragt sich bis heute, wie ich die Laborarbeiten unbeschadet überstehen konnte.

  • 2005 Abitur
  • 2010 Hochschulabschluss
  • 2014 Promotion
  • 2021 Juniorprofessur
  • EuroMar Konferenz in Kreta – Vortrag vor 1000 Personen
  • Juniorprofessur in Mainz 2021
  • PostDoc- Aufenthalt in Israel
  • Organisation von Mehrtages-Wandertouren
  • Chemie im Kindergarten (JGF Dresden)
  • Frühjahrssymposium (JGF Dresden)
  • PostDoc- Aufenthalt in Israel
  • ADA Mentoring PROACADEMI
  • BCUBE
  • TU Dresden
  • Jung Chemiker Forum Dresden
  • Deutsch
  • Englisch

Ich habe etwa 10 Stunden Aufnahmen vom Hinterteil einer Bettwanze, die wir bei der Eiablage filmen wollten – leider wollte Sie nicht mitmachen.

Für mich war der Weg in die Wissenschaft eigentlich ein ganz natürlicher Prozess – ich war schon immer neugierig und wusste früh, dass ich Chemie studieren wollte. Warum kann ich heute gar nicht mehr sagen, doch es war definitiv die richtige Entscheidung und hat mich auch nicht mehr losgelassen. Die größte Hilfe dabei war es eigentlich, dass ich die Freiheit und Möglichkeit hatte, mir diese Laufbahn frei auszuwählen, ohne äußere Hürden und mit der vollen Unterstützung meiner Familie.

Als Tochter einer Lehrerin aus Leidenschaft hatte ich schon immer einen großen Bezug zum Lehren und sogar mal ein Lehramtsstudium erwägt. Während des Studiums habe ich daher Mathe-Seminare gehalten und meine Kommiliton*innen durch einige Prüfungen gebracht. Ich würde sagen, das Lehren habe ich nun einfach an der Universität übernommen, statt an einer Schule. Meine Mutter bleibt bis heute mein Vorbild für ein anregendes Lehren und Führen als Frau.

Während des ersten Jahres meines Postdocs blieben die Ergebnisse aus und meine betreuenden Professor*innen waren deshalb sehr besorgt. An das ernste Gespräch kann ich mich bis heute sehr gut erinnern und ich habe einige Tage gebraucht, um es für mich zu verarbeiten. Doch in den folgenden Monaten hat es mich umso mehr angespornt, alles nochmal zu durchdenken und neue Wege einzuschlagen – mit Erfolg: Innerhalb von wenigen Monaten gelangen uns zahlreiche neue Erkenntnisse, die heute Grundlage meiner Forschung sind.

Zu meinem Arbeitstag gehören sehr viele verschiedene Dinge, wobei das reine Forschen im Labor (leider) mittlerweile in den Hintergrund rückt. Die Bürokratie im Wissenschaftsbetrieb kann anstrengend und zeitaufwändig sein – da ist Geduld und Ausdauer gefragt.
Am liebsten ist mir deshalb die direkte Interaktion mit Studierenden – sei es im Labor oder in der Lehre. Wissen weiterzugeben und zusammen Dinge zu entdecken ist für mich die schönste Form der Wissenschaft.

Am fasziniertesten bin ich immer dann, wenn ich einem lebenden Organismus bei der Arbeit zusehen kann. Und die spannendsten Ergebnisse sind erfahrungsgemäß immer die, die man am wenigsten erwartet oder die entstehen, wenn etwas schiefgeht!

Vor Kurzem haben wir ein bisher noch nicht bekanntes Biomineral identifiziert – das war aufregend!

Mein größtes Ziel ist es, eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs aus meiner Gruppe hervorzubringen. Die Studierenden dabei zumindest einen Teil Ihres Weges zu begleiten und wachsen zu sehen, bevor sie eigene Wege einschlagen – darüber würde ich mich unglaublich freuen.

Hoffentlich dauerhaft an der Uni Mainz nach einer positiven Evaluation! Und mit einer kleinen, feinen Gruppe von Studierenden und Mitarbeiter*innen, denen Forschen vor allem Spaß macht.