Prof. Dr. Helen May-Simera ist Professorin am Institut für Molekulare Physiologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie ist Zellbiologin mit einer Faszination für Zilien. Mit ihrer Forschung leistet sie einen wichtigen Beitrag, um besser zu verstehen, wie das Zilium funktioniert und wie seine Fehlfunktion Krankheiten verursacht. Ihr Wunsch ist es, die nächste Generation von Wissenschaftler:innen für Zilienforschung zu begeistern.
Geboren 1981 in Basingstoke
Hallo, ich bin Helen May-Simera, eine Zellbiologin mit einer Faszination für Zilien – das lange in Vergessenheit geratene zelluläre Organell, das eine entscheidende Rolle in der Zellkommunikation spielt. Eine Fehlfunktion dieses Organells führt zu einer Vielzahl menschlicher Erkrankungen. Mein Ziel ist es, besser zu verstehen, wie das Zilium funktioniert und wie seine Fehlfunktion Krankheiten verursacht. Darüber hinaus ist es mir eine Herzensangelegenheit, die nächste Generation von Wissenschaftlern/innen für Zilienforschung zu begeistern.
Ich bin eine Hobby-Imkerin, die Lego liebt.
- 1999 Abitur
- 2003 Hochschulabschluss
- 2008 Promotion
- 2015 Juniorprofessur
- 2021 Professur
- Post Doc am NIH, USA
- Sofya Kovalevskaya Award 2014 – Aufbau meiner eigenen Forschungsgruppe
- Berufung zur Professur im Jahr 2021
- Gutenberg Lehrkolleg: Mitglied des Leitungsgremiums
- Studienprogramm Q+: Vorsitzende Lenkungsausschuss
- FORTHEM: JGU Mission Board Member Labs and Co-Creation
- SPP2127: Gene and cell therapies to counteract neuroretinal diseases
- RTG: GenEvo Gene Regulation in Evolution
- FOR5546: Ciliary Dynamics
- Deutsch
- Englisch
(Fast) alle Zellen haben Zilien. Die wurden aber über 100 Jahre ignoriert.
Ich bin eigentlich nie bewusst „zur Wissenschaft gekommen“ – ich bin einfach geblieben und habe nie aufgehört. Ich habe einfach weiter das getan, was ich liebe: medizinische Forschung und das Verständnis darüber, wie Zellen funktionieren. Eine der größten Herausforderungen ist es, die Finanzierung für all die Projekte zu sichern, die ich realisieren möchte. Die größte Unterstützung auf diesem Weg waren großartige Mentor:innen und Menschen, die wirklich an mich geglaubt haben.
Ein echtes „Aha-Erlebnis“ hatte ich, als ich im Labor stand und gleichzeitig so viele Experimente liefen. Ich wusste, dass ich mehr machen wollte, als ich alleine bewältigen konnte, und mir wurde klar, dass genau das die Rolle einer Gruppenleiterin ist. In diesem Moment wusste ich, dass ich das werden wollte.
Als meine erste Doktorandin ihre Dissertation verteidigte, war ich unglaublich stolz. Und auch, als wir eine gesponserte Radtour gemacht haben – von meinem Labor in Mainz aus bis nach Großbritannien – zusammen mit der BBS-Patientengesellschaft. Dabei haben wir meine Studierenden und die Patient:innen zusammengebracht, Spenden gesammelt und gleichzeitig ein großes Abenteuer erlebt.
Der tägliche Austausch mit all meinen Studierenden und Kollaborationspartner:innen. Am meisten liebe ich es, mit meinen Doktorand:innen neue Daten zu diskutieren und die Weiterentwicklung ihrer Projekte zu planen. Was mich jedoch manchmal frustriert, ist der ständige Zeitmangel – es gibt einfach immer so viel mehr zu tun und zu lesen.
Es kann manchmal ganz schnell gehen (1-3 Monate) oder auch Jahre dauern (bis zu 10 Jahre). Es hängt von so vielen Faktoren ab. Aber das Gefühl ist großartig. Mann ist einfach total glücklich.
Das Zilien nicht nur Informationen empfangen, sondern auch ‚Briefe‘ verschicken die bei anderen Zellen ankommen und was auslösen.
Das meine Doktorand:innen ihre eigene Gruppen etablieren können, und das wir gemeinsam Therapien für Ziliopathien entwickeln können. Und das alle Leute wissen was (und wie wichtig) Zilien sind.
Als Leiterin eines EU-weiten Konsortiums zur Zilienforschung.