Prof. Dr. Katja Heinze ist Professorin für Anorganische Chemie, mit Schwerpunkt Nachhaltige Koordinationschemie und Photochemie an der JGU. Zusammen mit ihrer Arbeitsgruppe erforscht sie am Department Chemie neue Komplexverbindungen und ihre Wechselwirkungen mit Licht. Anwendung finden diese Verbindungen zum Beispiel bei lichtemittierenden elektrochemischen Zellen oder auch Farbstoffsolarzellen. In ihrer Forschung spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle: Bevorzugt beschäftigt sie sich mit auf der Erde häufig vorkommenden nachhaltigen Elementen.

Geboren 1969 in Wiesloch

Hallo, ich bin Katja und Professorin für Anorganische Chemie an der JGU. Wir – meine Gruppe und ich – erforschen neue Komplexverbindungen und ihre Wechselwirkung mit Licht – auch ultraschnell gepulstem Laserlicht, um damit ganz neue und nützliche leuchtende oder katalytisch aktive Verbindungen maßgeschneidert herstellen zu können.

In einem meiner ersten Chemie-Experimente mit dem Chemiekasten meines älteren Bruders wollte ich Brom herstellen. Dabei habe ich gelernt, dass manche Reaktionen nicht starten wollen, auch wenn man immer mehr Substanz hinzufügt, und erst viel später losgehen… Dies führte dann zur zeitverzögerten Bromverseuchung unserer Wohnung. Da Brom schwerer ist als Luft, sammelte sich der Dampf etwa hüfthoch in allen Räumen, so dass Fensteröffnen auch nicht half. Die auf dem Boden lebenden Haustiere konnten aber noch rechtzeitig gerettet werden.

  • 1988 Abitur
  • 1995 Hochschulabschluss
  • 1998 Promotion
  • 2004 Habilitation

Heisenberg-Stipendium nach der Habilitation
Bewilligung des DFG-Schwerpunkts „Licht-kontrollierte Reaktivität von Metallkomplexen“ mit mir als Koordinatorin
Aufnahme in die Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

  • Unterstützung von Nachwuchswissenschaftler:innen
  • Gesellschaft Deutscher Chemiker
  • Wöhler-Vereinigung für Anorganische Chemie
  • GDCh-Fachgruppe Photochemie
  • DFG-Schwerpunkt
  • Deutsch
  • Englisch
  • Chemisch

„It is possible to have a hot molecule without ever having had a warm molecule.” Das ist wirklich wahr.

Eigentlich ging es eher Salami-Taktik-mäßig voran. Es gab nicht den großen Plan. Ganz im Gegenteil: nach dem Abi kam ich zum Chemiestudium durch Werfen einer Münze. Nach dem Chemie-Diplom hatte ich direkt ein Stellenangebot in einem Klinischen Labor, in dem ich zuvor als Hilfskraft gearbeitet hatte. Aber dann hatte mir die Diplomarbeit und das Erforschen unbekannter Stoffe und Eigenschaften so viel Spaß gemacht, dass ich noch eine Doktorarbeit angeschlossen habe.

Nach der Promotion hatte mich mein Doktorvater auf die Idee gebracht, doch eventuell eine Habilitation anzustreben. Ich solle mir doch mal ein paar Gedanken machen. Da wäre ich für mich nicht selbst draufgekommen.

Oh ja. Am Anfang meiner Habilitation hat im Labor zunächst fast nichts so funktioniert, wie ich das geplant hatte. Aber mit der Zeit stellten sich dann doch erste kleine Erfolge ein. Noch nichts Bahnbrechendes, aber doch genug, um weiter mit Spaß dabei zu bleiben. Die großen Durchbrüche – wenn man es denn so nennen will –  kamen tatsächlich erst viel später als ich schon eine Professur innehatte. Vielleicht war dann der Erfolgsdruck nicht mehr so groß und ich konnte so die Freiheit nutzen, auch mal rechts und links des Weges zu schauen.

Am meisten Spaß macht das gemeinsame Tüfteln an wissenschaftlichen Fragestellungen zusammen mit meinen Mitarbeitenden und das Design neuer Experimente zur Lösung unserer Fragestellungen. Wenig Spaß-bringend, aber sehr energiezehrend, ist vieles, was mit Bürokratie zu tun hat.

Ein großes Ziel wäre es, einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen: zum Beispiel eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs hervorgebracht und begleitet zu haben und auch eine neue Verbindung/wissenschaftliche Methode entwickelt zu haben, die dann auch von anderen sinnvoll eingesetzt wird.

Vor kurzem hatten wir – ungeplant – einen leuchtenden und photoaktiven Komplex mit Mangan als Baustein gefunden und diesen dann im Detail untersucht und auch verstanden!

Ein großes Ziel wäre es, einen positiven Fußabdruck zu hinterlassen: zum Beispiel eigenen wissenschaftlichen Nachwuchs hervorgebracht und begleitet zu haben und auch eine neue Verbindung/wissenschaftliche Methode entwickelt zu haben, die dann auch von anderen sinnvoll eingesetzt wird.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die große Freiheit und Flexibilität in der Wissenschaft erlaubt eben auch die ungebremste Selbstausbeutung, um die Neugierde zu befriedigen. Hier sollten interessierte Nachwuchswissenschaftler:innen alle Hilfen nutzen, die sich bieten.