Dr. Franziska Teubler ist Postdoc in der AG „Dynamische Meteorologie“ am Institut für Physik der Atmosphäre an der JGU. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Dynamik und Vorhersagbarkeit von Rossbywellen und persistenten Hochdrucklagen. Dabei versucht sie herauszufinden, warum der Wind weht wie er weht. Ihre Faszination für Wetter, Klima und Naturgesetze begleitet sie auch in ihrer Freizeit, die sie am liebsten mit ihrer Familie und Freund:innen bei unterschiedlichsten Outdoor-Aktivitäten in der Natur verbringt.

Geboren 1986 in Bayreuth

Hallo, ich bin Franziska und arbeite schon seit vielen Jahren in Mainz am Institut für Physik der Atmosphäre. Dabei versuche ich herauszufinden, warum der Wind weht wie er weht. Das Tolle an der Meteorologie ist die Vielfalt und Komplexität des Wetters und dass man es mit bloßem Auge betrachten kann. Ich liebe es, mit meinem Mann und meinen Kindern (6 und 7 Jahre alt) draußen zu sein, Sport zu machen und die Natur zu genießen, besonders am Wasser. Ansonsten lese ich gerne oder treffe mich mit Freund:innen.

Ich musste im Englisch-Unterricht einmal ein spontanes 3-Minuten-Referat halten. Es fiel mir nichts Besseres als das Wetter ein. Im Nachhinein frage ich mich, ob es nicht meine versteckte Begeisterung dafür war, die mich unbewusst dieses Thema hat wählen lassen.

  • 2006 Abitur
  • 2011 Hochschulabschluss
  • 2018 Promotion
  • Organisation eines internationalen Blocking Workshops
  • Konferenzen und Vorträge in Kanada, USA, Schweiz
  • Vortrag vor dem Stadtrat zur Ausrufung des Klimanotstandes in Mainz
  • Koordinatorin der Scientists for Future Mainz/Wiesbaden
  • Handballtrainerin
  • Engagement in unserer Elterninitiative (Kindergarten)
  • Forschungsprojekt „Waves to Weather“
  • Uni Mainz
  • Pro Academia e.V.
  • Deutsch
  • Englisch

Wusstet ihr, dass die erste Wettervorhersage am Computer in den 50er Jahren für eine Vorhersage von 24 Stunden mehr als 24 Stunden gerechnet hat?

Nach meiner Diplomarbeit bin ich an unserem Institut geblieben. Anfangs nur, weil ich das Thema der Doktorarbeit interessant fand und ich zusammen mit einem guten Freund daran arbeiten konnte. Nach und nach habe ich festgestellt, wie viel Spaß es mir macht. Jeden Morgen aufzustehen und sich auf die Arbeit zu freuen ist einfach toll! Klar gibt es immer mal wieder Momente, die einen frustrieren – z.B., wenn ein Experiment nicht klappt, oder man feststellt, dass man Tage darauf verwendet hat eine komplizierte Lösung für ein einfaches Problem zu finden. Aber das Schöne ist, ich bin dabei nie alleine, sondern werde durch Freund:innen, Kolleg:innen und meinen Betreuer jederzeit unterstützt.

Ich hatte schon immer Freude daran Rätsel zu lösen und liebe dieses Gefühl, am Ende einer Gleichung anzukommen oder eine Fragestellung beantworten zu können. Ich habe ziemlich schnell gemerkt, dass das Forschen an der Uni dazu einfach passt und ich einen Beruf gefunden habe, der mir wirklich Spaß macht.

Als ich aus meinen beiden Elternzeiten kam, hatte ich anfangs das Gefühl die verpasste Zeit nie aufholen zu können. Schließlich hatten alle anderen weiter geforscht, publiziert und sich entwickelt. Das war anfangs demotivierend. Allerdings habe ich bald gemerkt, dass es nicht nur darauf ankommt. Ich hatte mich auf andere Art und Weise weiterentwickelt und alles andere holt man auf!

Ich bin theoretische Wissenschaftlerin. Das bedeutet ich arbeite meist am Computer und versuche aus Modelldaten, die der Computer liefert, Wetterphänomene besser. Dabei muss ich viel programmieren, was mir auch viel Spaß macht. Am meisten Spaß macht es mir jedoch die Ergebnisse zu interpretieren, v.a. mit anderen zusammen. Das Gefühl am Ende etwas besser verstanden zu haben, ist großartig. Weniger Spaß macht es mir, auf Fehlersuche zu gehen. Aber das Gute ist: je öfter man das gemacht hat, umso schneller findet man den Fehler.

Das ist ganz unterschiedlich – manchmal dauert das Tage, manchmal kann es Jahre dauern. Oft sind Projekte jedoch bereits auf mehrere Jahre ausgelegt. Gerade schreibe ich einen Antrag auf Fördergelder für eine Idee, die ich vor vielen Jahren das erste Mal hatte, aber nun erst die richtige Zeit für mich gekommen ist, diese Idee nun auch umzusetzen.

Es ist immer der erste Schritt einen bestimmten Prozess besser zu verstehen, z.B. wie Tiefdruckgebiete entstehen und sich Reibung darauf auswirkt. Wenn man das besser verstanden hat, kann man sich daran machen, das Wettermodell dahingehend zu verbessern, diesen Prozess besser zu beschreiben. Das kann man dann in einer verbesserten Wettervorhersage erleben.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Zwar hat man als Wissenschaftlerin häufig flexible Arbeitszeiten, was hilfreich ist, jedoch muss man nach wie vor sehr flexibel sein, was den Wohnort im In- und Ausland angeht. Das ist häufig schwierig mit der Familienplanung zu vereinbaren.